Institut für Informationssysteme und Softwaretechnik
SIPREACT

SIPREACT

Qualitativ hochwertige Kundenberatung ist in vielen heutigen Märkten ein wichtiger Aspekt, um angesichts komplexer Produktlandschaften informierte Kaufentscheidungen treffen zu können. Viele Produktdomänen sind jedoch einem dauernden, raschen Wandel unterworfen, welcher für das Beratungspersonal einen enormen Schulungsaufwand nach sich zieht.

Die Wissenschaftler von IFIS entwickeln daher innerhalb des FORSIP-Verbundes innovative Lösungen zur situationsgerechten Unterstützung des Verkaufspersonals beim Beratungsgespräch.

Vorgehensweise

Überblick über den Lösungsansatz im SIPREACT-Projekt
Abb. 1: Überblick über den Lösungsansatz im SIPREACT-Projekt

Um trotz häufiger Änderungen der Produktdomäne stets ein aktuelles Beratungssystem einsetzen zu können, verfolgt IFIS im SIPREACT-Projekt den Ansatz, die dazu benötigten Softwarekomponenten aus einer geeigneten Formalisierung des Produktmodells zu generieren. So können neben der Struktur des zu führenden Beratungsdialogs auch ein Inferenzsystem zur Kundenbeurteilung und präferenzorientierte Datenbankabfragen automatisch aus der Modellierung erzeugt werden.

Bei diesem Ansatz erfordert eine Änderung der Produktdomäne lediglich eine Anpassung des Produktmodells (vgl. Abb. 1), damit das Beratungssystem sein Verhalten, einschließlich Dialogführung, Verkaufsstrategie und Angebotspräsentation an die aktuellen Gegebenheiten anpasst. Aufwändige Programmierarbeiten entfallen dabei.

Die größten Vorteile beim Einsatz dieser Technik ergeben sich dann, wenn in einem Unternehmen bereits ein nutzbares Produktmodell existiert, wie beispielsweise in Form einer Datenbasis für regelmäßig erscheinende Printkataloge. Ein solches Modell kann mit einigen beratungsspezifischen Ergänzungsinformationen aus dem Wissen von Marketingexperten als Grundlage für den generativen Ansatz des SIPREACT-Projekts herangezogen werden. Aus der Tatsache, dass das vorhandene Modell ohnehin gepflegt wird, ergeben sich somit Synergieeffekte für die Wartung des Beratungssystems.

Zur Durchführung der Beratung nutzt IFIS verschiedene Technologien, beispielsweise ein auf Statecharts basierendes, flexibles Dialogmodell oder Inferenzdienste über Kundenprofile auf der Basis probabilistischer Netzwerke. Mittels einer Ranking-orientierten Datenbankanfragetechnik können nach Kundenpräferenzen sortierte Empfehlungen abgegeben werden.

Lösungen für die Praxis

Interesse an der Nutzung der von IFIS im SIPREACT-Projekt entwickelten Werkzeuge besteht unter anderem in folgenden Feldern:

  • Bei der Unterstützung von Verkaufspersonal, das in schnellebigen Märkten tätig ist, insbesondere auch im Flächen- und Kettenmarkt;
  • Als Kernsystem einer Endkundenberatung über das Internet;
  • Beim Einsatz von eLearning-Dokumenten, z. B. im Rahmen des InteLeC-Projekts der Universität Passau;
  • Bei elektronischen Prüfungssystemen, welche aus einer Fragenmenge individuelle Online-Tests erzeugen und dabei Vorgaben wie z.B. einen abzuprüfenden Themenkatatalog berücksichtigen;
  • Bei Nutzung bzw. Austausch kontextabhängiger Informationen in Fahrzeugen;

Veröffentlichungen

Folgende wissenschaftliche Publikationen wurden im Zusammenhang mit dem SIPREACT-Projekt veröffentlicht:

NummerTitelDokument

RF07

Sven Radde, Burkhard Freitag: SIPREACT – Kontextsensitive Beratungssysteme. In: Tagungsband der 37. Jahrestagung der Gesellschaft für Informatik, 2007. LNIPDF
RBF07Sven Radde, Matthias Beck, Burkhard Freitag: Generating Recommendation Dialogues from Product Models. In: Intelligent Techniques for Web Personalization and Recommender Systems in E-Commerce. Papers from the 2007 AAAI Joint Workshop, 2007. AAAI PressPDF
BRF07Matthias Beck, Sven Radde, Burkhard Freitag: Ranking von Produktempfehlungen mit präferenz-annotiertem SQL. In: Proc. 12. GI-Fachtagung für Datenbanksysteme in Business, Technologie und Web, 5. bis 9. März 2007, AachenPDF
BF06Matthias Beck, Burkhard Freitag: Semantic Matchmaking using Ranked Instance Retrieval. In: Proceedings of the 1st International Workshop on Semantic Matchmaking and Resource Retrieval, Co-located with VLDB, Seoul, 2006. CEUR-WS.orgPDF
KLF06Stefan Kurz, Markus Lehmann, Burkhard Freitag: Towards a Personalized and Situated Course Guidance System. In: Proceedings of the E-Learn World Conference on E-Learning in Corporate, Government, Healthcare & Higher Education, Honolulu, Hawaii, USA, 2006
SF06Petra Schwaiger, Burkhard Freitag: Using Answer Set Programming for the Automatic Compilation of Assessment Tests. In: Proceedings of the Twenty Second International Conference on Logic Programming (ICLP 2006), Seattle, USA, 2006
GF05Michael Guppenberger, Burkhard Freitag: Intelligent Creation of Notification Events in Information Systems - Concept, Implementation and Evaluation. In: Abdur Chowdhury, Norbert Fuhr, Marc Ronthaler, Hans-Jörg Schek und Wilfried Teiken, Proceedings of the 14th ACM International Conference on Information and Knowledge Management, Bremen, 2005. ACM Press, 52-59PDF
DFGSW04Claus Dziarstek, Frank Farnschläder, Sandra Gilleßen, Irene Süßmilch-Walther, Veronica Winkler: A User-Aware Financial Advisory System. In: Peter Chamoni and Wolfgang Deiters and Norbert Gronau et.al., Multikonferenz Wirtschaftsinformatik (MKWI), Band 2, 2004. Akademische Verlagsgesellschaft AKA, Berlin, 217--229PDF
WF04bFranz Weitl, Burkhard Freitag: Checking Semantic Integrity Constraints on Integrated Web Documents. In: Proceedings of the CoMWIM International Workshop on Conceptual Model-directed Web Information Integration and Mining, Shanghai, 2004. LNCS, volume 3289, Springer Verlag, 198 - 209

PDF

WKG04Franz Weitl, Rudolf Kammerl, Monica Göstl: Context aware Reuse of Learning Resources. In: Proceedings of ED-MEDIA 2004, World Conference on Educational Multimedia, Hypermedia & Telecommunications, Lugano, Switzerland, 2004PDF
FSD02Burkhard Freitag, Christian Süß, Claus Dziarstek: Adaptation und Wiederverwendung von XML-basiertem eLearning-Content. In: Workshop E-Learning Content auf Basis von XML der Informatik 2002, Konferenz der Gesellschaft für Informatik, Dortmund, 2002PDF